Warum das Handy ein schwacher Ankersensor ist

Fur die Restaurantsuche reicht ein Handy-GPS vollig aus. Am Anker gibt es aber drei echte Probleme. Erstens ist die Antenne klein und liegt oft in einer Koje unterhalb der Wasserlinie, wo der Empfang schlecht ist. Zweitens zittert das Handy-GPS: Selbst wenn das Boot still liegt, wandert die angezeigte Position um mehrere Meter, und genau dieses Wandern bringt einen simplen Ankeralarm dazu, Fehlalarme zu produzieren. Drittens steckt das Handy voller Energiesparlogik, die Positionsupdates drosseln kann, wenn der Bildschirm aus ist, genau dann also, wenn die Ankerwache keinesfalls schweigen darf.

Das GPS deines Bootes kennt keines dieser Probleme. Eine dedizierte Marine-Antenne, hoch und im Freien montiert, hat freie Sicht zum Himmel, einen soliden Multi-Konstellations-Fix und einen kontinuierlichen Datenstrom. Wenn du diesen Fix auf das Gerat bekommst, das deinen Ankeralarm betreibt, wird alles besser.

Leuchtender Chartplotter und NMEA-Instrumente am Steuerstand einer Segelyacht
Das fest eingebaute GPS, das deinen Chartplotter versorgt, ist ein weit besserer Ankersensor als das Handy in deiner Tasche, und dein Boot kann diese Position bereits teilen.

Die drei Wege, wie Bootsposition geteilt wird

Du musst kein Kabel zum Handy verlegen. Auf den meisten Booten, die in den letzten zehn Jahren gebaut oder aufgerustet wurden, fliesst die Position bereits uber ein Netzwerk, in das du dich einklinken kannst.

Diagramm: Eine Marine-GPS-Antenne speist den NMEA 2000-Backbone, ein WiFi-Gateway uberbruck ihn, und ein Smartphone liest die Position uber WiFi
Der typische Weg: Eine Marine-GPS-Antenne speist den NMEA 2000-Backbone, ein WiFi-Gateway verbindet ihn mit dem Smartphone, und die App liest die Position uber das Bordnetzwerk.

NMEA 0183 uber WiFi oder TCP

Der altbewahrtemarinestandard fur Datenkommunikation. Viele WiFi-Multiplexer und Instrumenten-Gateways senden NMEA 0183-Satze, die positionstragenden lauten GGA, RMC und GLL, uber das Bordnetzwerk als TCP- oder UDP-Stream. Eine App, die NMEA 0183 versteht, verbindet sich mit diesem Stream uber IP-Adresse und Port und liest die Position direkt aus.

NMEA 2000

Der moderne Backbone auf neueren Booten. NMEA 2000 ist ein einziges Netzwerkkabel, das Plotter, GPS, Wind, Tiefe und Motor miteinander verbindet. Es wird in der Regel uber ein Gateway auf WiFi ubertragen, zum Beispiel ein Actisense-, Yacht Devices- oder Digital Yacht-Gerat, das die Daten dann als NMEA 0183 oder Signal K bereitstellt, die eine App lesen kann. Einer unserer Nutzer betreibt genau dieses Setup: ein Actisense NMEA-Gateway leitet das Boots-GPS uber das Netzwerk an Anchor Alarm Pro weiter.

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"Insgesamt halte ich die App fur ausgesprochen vielversprechend. Besonders gefallt mir, dass sie bereits externes Netzwerk-GPS uber NMEA unterstutzt, was ein enormer Vorteil gegenuber vielen konkurrierenden Ankeralarm-Apps ist."

Anchor Alarm Pro-Nutzer mit Actisense NMEA-Gateway

Signal K

Das offene, moderne Format, das viele Boote heute auf einem kleinen Bordserver wie einem Victron Cerbo oder einem Raspberry Pi betreiben. Signal K nimmt NMEA und andere Quellen entgegen und stellt die Position als saubere, strukturierte Daten uber WiFi bereit. Wenn dein Boot einen Signal K-Server hat, ist das oft die einfachste und reichhaltigste Quelle zum Verbinden.

Schritt fur Schritt: So schlieBt du es an

  1. Quelle bestimmen. Herausfinden, ob dein Boot NMEA 0183 uber WiFi ausgibt oder einen Signal K-Server betreibt. Das Handbuch deines Gateways oder Plotters nennt dir Netzwerkname, IP-Adresse und Port.
  2. Bordnetzwerk beitreten. Das Handy oder Tablet, auf dem die Ankerwache lauft, mit demselben Bordnetzwerk verbinden wie das Gateway.
  3. App auf den Feed ausrichten. In einer App, die externes GPS unterstutzt, die Quelle hinzufugen: IP und Port fur NMEA eingeben oder die Serveradresse fur Signal K.
  4. Fix bestatigen. Prufen, dass die App jetzt das Boots-GPS als Live-Position anzeigt, dann den Anker setzen und die Wache wie gewohnt aktivieren.

Anchor Alarm Pro liest dein Boots-GPS direkt aus

Die meisten Ankeralarm-Apps konnen nur das eigene Handy-GPS nutzen. Anchor Alarm Pro verbindet sich gleichzeitig mit Handy-GPS, einem externen Bluetooth-Empfanger, NMEA 0183 uber Netzwerk und Signal K. Der Auto-Modus nutzt immer die genaueste verfugbare Quelle und wechselt sofort, wenn eine ausfallt, fur Prazision und echte Redundanz. Kostenlos nutzbar, kein Konto erforderlich.

Der stille Vorteil: Zwei Quellen gleichzeitig nutzen

Der beste Grund fur das Boots-GPS ist nicht nur die Genauigkeit, sondern die Redundanz. Verbinde sowohl das Handy-GPS als auch das Boots-GPS, und deine Ankerwache hat zwei unabhangige Augen auf dieselbe Position. Wenn das Bordnetzwerk kurz ausfalt oder das Gateway neu startet, halt das Handy die Wache ohne Lucke aufrecht. Wenn das Handy sein GPS uber Nacht drosselt, tragt die Marine-Antenne die Last. Fur ein Sicherheitsgerat, dem man wahrend des Schlafens vertraut, zahlt dieser Fallback mehr als der letzte Meter Genauigkeit.

Brauche ich das?

Wer an engen Platzen ankert, bei starker Strom oder einfach den engstmoglichen sicheren Radius ohne Storalarme will, fur den ist das Marine-GPS eine klare Verbesserung. Wer tagstuber in offenen Buchten ankert, kommt mit dem Handy allein meist gut zurecht, besonders mit einer Wachen-App, die GPS-Zittern sinnvoll herausfiltert. In jedem Fall gilt: Je genauer und redundanter die Positionsquelle, desto mehr kann man darauf vertrauen, dass der Alarm nur dann ausist, wenn es wirklich darauf ankommt.

Fur den groBeren Uberblick uber Einrichtung und Nutzung einer Ankerwache, lies unsere Ankertipps fur besseren Halt. Falls du noch Apps vergleichst, haben wir hier die beliebtesten Ankeralarm-Apps verglichen.

Verbindungsdetails variieren je nach Gateway, Plotter und Boot. Immer prufen, dass die Ankerwache eine aktuelle, korrekte Position anzeigt, bevor man sich darauf verlasst, und sie als eine Sicherheitsebene betrachten, nicht als Ersatz fur eine ordentliche Wache.